Do., 24. Jan 2019
Heute ist wieder Reisetag. Es geht mit dem Bus um 7:00 Uhr nach La Paz. In 5h sollen wir da sein. Das wäre klasse, denn dann kann ich ich die Free Walking Tour um 14 Uhr mitmachen, um gleich einen Überblick über die Metropole zu bekommen. Ich habe wieder meinen Platz ganz vorne am Fenster. Denn, ich bin hungrig auf Landschaften. Und heute geht es einen großen Teil entlang des Titicaca-Sees in Richtung Bolivien. So vergeht die Zeit wie im Flug bis wir um halb zehn an einem Shop anhalten, an welchem die Leute Wasser etc. kaufen und zugleich Bolivianos eintauschen können. Ja, so ist das hier, die eine Hand wäscht die andere. Denn notwendig wäre das nicht. Am Busterminal in La Paz hat es genügend ATMs zum Geld ziehen. Na ja, so verbringen wir hier eben eine halb Stunde oder mehr bis Hänschen und Lieschen alles beinander haben und auf dem Töpfchen waren :-).

So trudeln wir dann auch erst gegen halb elf an der Grenze ein. Leider ist in der Zwischenzeit ein anderer Reisebus vor uns eingetroffen…Und die Abfertigungszeiten sind so schnell, dass von den Beamten hier sicher alle ein hohes Lebensalter erreichen werden…Herzinfarktrisiko kleiner 0. Wobei ich denke, dass oft die Touris selbst das Problem sind. Falsch oder lückenhafte ausgefüllte Formulare etc. führen da bestimmt auch zur Entschleunigung des ganzen. Nach dem Aus- und Einreisezeremoniell dürfen wir dann alle noch die Gepäckstücke öffnen und der Beamte an der Stelle eigentlich eine Fehlbesetzung im gesamten Schauspiel hier ist. Na ja, schön wenn bei einem solchen belanglosem Ereignis einem die eigenen Angelegenheiten so schön begrüssen. Da kann ich die Zeit gleich mal mit ein wenig Eigenreflexion verwenden :-).

Um 12 Uhr oder so geht’s dann weiter und es sind mindestens noch 2,5h bis La Paz. Also Free Walking Tour in den Eimer getreten…grrr. Ok, was nun? Nix, Erwartungen runterschrauben und abwarten was geschieht. So, schlendern wir dann gegen 15:30 Uhr am Busterminal in La Paz ein. Ich nehme mir ein Taxi zum Hostel und bin erstmal froh, da zu sein. Ich bin in einem 4-er Schlafsaal. Wobei Schlafsaal untertrieben ist. Es ist ein sehr gemütliches und schön eingerichtetes Zimmer mit 2 Stockbetten, die sogar Vorhänge für etwas Privatsphäre haben. Ich packe schnell die wesentlichen Sachen in das Schließfach und dann ab in Richtung Zentrum.

Einschub:
La Paz in Bolivien ist die höchstgelegene Verwaltungshauptstadt weltweit und befindet sich in der Altiplano-Hochebene der Anden auf mehr als 3.500 m über dem Meeresspiegel. Sie erstreckt sich bis zur Stadt El Alto im Hochland, in deren Hintergrund der schneebedeckte 6.438 m hohe Berg Illimani aufragt.

La Paz hat, wie alle größeren Städte in Südamerika, eine großen Verschmutzungproblem. Abgase, Müll und Lärm sind die ständigen Begleiter hier. Da macht das Atmen auf mehr als 3.500 müM noch zusätzlich Mühe. Und La Paz liegt bekanntermaßen in einem „Kessel“. D.h. es geht meist bergauf… Im Zentrum suche ich nach einer Reiseagentur, um einen Trip für morgen zu organisieren. Ich finde dann ich eine, die recht Professionell aussieht. Schnell noch eine Discount von grandiosen 5 Bolivianos (= 60 Eurocent) herausgehandelt und der Drops ist gelutscht. Es geht morgen zuerst an den Chacaltaya und dann weiter ins Valle de la Luna.

Einschub:
Der Chacaltaya ist ein Berg in der bolivianischen Cordillera Real mit zwei Gipfeln (Bergstation des ehemaligen Skilifts 5.395 Meter, Nachbargipfel 5.421 Meter über dem Meeresspiegel). Der Chacaltaya liegt zwischen den Gipfeln des Huayna Potosí auf der einen und des Illimani auf der anderen Seite. Diese beiden Berge, zahlreiche weitere Gipfel, bei gutem Wetter der Titicaca-See, sowie das ca. 30 km entfernte La Paz und El Alto sind von seinen Gipfeln aus zu sehen.
Das Valle de la Luna (Mondtal) liegt in einer Luftlinien-Entfernung von knapp zehn Kilometern südöstlich von La Paz, dem Regierungssitz von Bolivien. Das Mondtal besteht aus tausenden Felsen, Felsspalten, Erdhügeln und kraterähnlichen Formationen. Die Türme und Pyramiden sind graubraun bis rötlich und fast ohne Bewuchs. Das Valle de la Luna wurde im Lauf von Millionen Jahren durch Erosion und Klimagegensätze gebildet. Starke Regenfälle und Temperaturschwankungen führen zur Abtragung des Lehmbodens und lässt die bizarren Gebilde entstehen.

Ich schlendere noch weiter durch die Altstadt und entdecke den „Hexenmarkt“ und eine Viertel, in welchem zig Läden Handwerkskunst oder eine Kopie davon verhökern. Es ist super, all diese kleinen alten Gässchen mit den bunten Decken, Taschen, Mützen etc. zu sehen. Heute ist übrigens eine Art Feiertag, das Fest Alasitas wird begangen.

Einschub:
Am 24. Januar wird in La Paz das Fest Alasitas zu Ehren von Ekeko gefeiert. Ekeko ist der Hausgötze der Aymará und steht für Fruchtbarkeit, Freude und Wohlstand. Er wird mit allen Wünschen der Menschen behangen: Autos, Häuser, Nahrungsmittel …
La Paz wird an diesem Tag zum Jahrmarkt für Miniaturartikel:
* Wer reisen möchte, kauft einen Miniaturkoffer und kleine Dollarnoten;
* Wer ein Haus bauen will, kauft eine winzige Schubkarre mit Baumaterial;
* Wer sich einen LKW wünscht, kauft eine Miniaturausgabe aus Blech;
* Wer heiraten möchte, erwirbt Plastikringe und eine kleine Hochzeitstorte.

Und so findet vor der Basilika San Francisco ein großer Jahrmarkt mit all diesen Miniaturartikeln sowie Aufführungen statt. Ein buntes Treiben. Man kann sich sogar von sog. Schamanen die Zukunft aus der Hand oder anderen Gegenständen lesen lassen. Irgendwann am späten Nachmittag gehe ich zurück ins Hostel und treffe meine Mitbewohner, eine Österreicherin und 2 Jungs aus Tschechien. Allesamt in Ordnung, freundlich und entspannt.

Ich freue mich auf den morgigen Tag und habe aus diesem Tag das Beste gemacht. So dann…live is what you make it! Hatten wir schon, oder?