Mo., 07. Jan. 2019:

Heute mache ich auf Entschleunigung. D.h. wenig Programm und Grundsätzliches wie Wäsche, SIM Karte etc. erledigen. Eigentlich wollte ich eine Free Walking Tour in Cuenca machen, jedoch scheint es das hier nur für die Kirchen zu geben. Und das will ich mir nicht antun. Außerdem ist Montag und da haben auch die Touren Ruhetag. Ich entscheide mich dann für den Hop on – Hop off Bus. Damit bekomme ich auch einen guten Überblick über die Stadt. Es gibt 2 Touren, die Nord- und die Südtour. Mit der letzteren fahre ich zuerst. Das Wetter ist top. Wir durchqueren die historische Innenstadt mit ihren schmalen Gassen wie ein Öltanker den Suezkanal – links und rechts eine handbreit Platz. Irgendwie schreit in mir mein ökologisches Gewissen kurz auf. Doch das bekomme ich beruhigt :-). Ist nicht meine Angelegenheit. Und Cuenca ist dabei eine Strassenbahn zu bauen, um dann den gesamten Verkehr aus der Innenstadt zu verbannen. Die Einweihung ist auf März 2019 datiert.

Einschub:
Die Tranvía de Cuenca wird das größte öffentliche Transportsystem in dieser Stadt und die erste Straßenbahn in Ecuador sein. Sie wird rund 120.000 Passagiere pro Tag und 39 Millionen pro Jahr transportieren. Die Strecke ist 20,4 km lang und hat eine Standardbreite (1 435 mm ). Mehr als vier Kilometer der Route führen durch das historische Zentrum der Stadt, wo eine Antivibrationsdecke eingebracht wurde, um die Auswirkungen der Bewegung auf die denkmalgeschützten Gebäude zu reduzieren. Es wird 27 Stationen geben.

Nach gut einer Stunde sind wir an einem der beiden Aussichtspunkte von Cuenca, in Turi, angekommen. Da gibt’s dann für jeden ein Bild vor dem Panorama der Stadt und einen Laden mit Handwerkskunst. Da finde ich doch auch was für mein Patenkind, die Marie. Bin gepannt wie ihr das gefällt. Nach 30 min. geht es weiter zum Ausgangspunkt dem Parque Calderon im Herzen der Innestadt. Es ist ca. 13 Uhr und ich will in den zenralen Markt, wo es alles zu kaufen gibt.

Dort esse ich auch zu Mittag. Ich laufe an den zahlreichen Essenständen vorbei und versuche herauszubekommen, was sich da so alles dahinter verbirgt. Schließlich spreche ich mit einer Verkäuferin und setze mich. Es gibt Huhn mir Reis und Nudeln, Kartoffeln und einer besonderen Art von Getreide. Recht deftig das ganze. So ähnlich sieht auch ein Frühstück hier aus. Ich weiss nicht wie die das so machen. Denn wirklich dicke Menschen sind nicht die Regel hier. Ich setze meine Erkundungstour noch etwas fort bis es dann halb vier ist. Gleich startet noch die Nord-Tour. Leider beginnt es bald zu regnen, so dass es mit dem Freiluftsitz vorbei ist. Ein spannender Besuch ist noch in der Fertigung der originalen Strohhüte von Homero Ortega auch bekannt als der Panama Hut.

Einschub:
Der “Panamahut” hat tiefe Ahnenwurzeln. Die Ureinwohner der Küste, von dem was heute Ecuador ist, verwendeten sogenannte “Tocas” aus Toquilla Stroh, um sich vor der Sonne zu schützen. Die Leichtigkeit und Flexibilität dieser Faser begünstigte ihre Verwendung in der Hutherstellung. Der Bau des Panamakanals verursachte eine große Nachfrage nach Toquilla Strohhüten aus Ecuador, aufgrund ihrer Qualitäten zum Schutz vor der Sonne. Von Panama aus wurde der Hut international bekannt und die Leute begannen, ihn “Panamahut” zu nennen, obwohl er aus Ecuador stammt.

Gegen 17:30 Uhr sind wir wieder am Ausgangspunkt der Tour und ich darf noch meine Wäsche abholen und meine SIM-Karte erneut aufladen. Bis ich dann aus dem Mobilfunk-Shop wieder drausen bin, ist die Reinigung geschlossen. Mist, denn ich habe beide lange Hosen dort und morgen will ich nach Ingapirca, einer Inca-Ausgrabung, fahren. Es ist immer eine Frage der Priorität: Erreichbarkeit oder frische Klamotten :-)). Hm, ich hoffe auf Petrus und lasse das hinter mir.