So., 3. Feb. 2019

Der vorletzte Ausflug hier in Südamerika steht heute auf dem Zettel. Es geht zur Lagune oder auch Bergsee Humantay, die/der auf 4.200 müM liegt. Es geht zuerst ca. 2h mit dem Bus nach Westen zur Stadt Mollepata, wo wir unser Frühstück bekommen. Von dort fahren wir dann weiter ca.1h zum Basislager Soraypampa, das auf 3.850 müM liegt Hier startet auch der bekannte Salkantay Trek nach Machu Picchu. Auch hier sind wir natürlich nicht die ersten. Einige Busse sind schon da und die Massen strömen in Richtung Lagune. Ich bin etwas ungeduldig, doch der Guide erklärt erst noch einiges für die „ABC-Schüler der Berge“, lässt dann noch über den Namen für die Gruppe abstimmen und macht dann hoch ein paar Pseudo-Aufwärmübungen. Diese bringen insbesondere die Freunde der Empenadas und Limonaden schon jetzt bis an die Leistungsgrenze.

Ok, dann geht es los. Ich laufe los und habe nach 3 Schritten gefühlte 100m Abstand…der Gruppen kann man die Schuhe bei Laufen besohlen, denke ich. Egal, ich gehe weiter. Echt verlaufen kann ich mich hier ja eher nicht. Die Landschaft ist toll und ringsum sind Lager für die Trekking-Gruppen. Teilweise sehen die aus wie Behausungen auf dem Mond. Den Trek kann ich auch alleine, ohne Führer, machen. Denn es gibt an den Etappenzielen eben solchen Lager, in denen man Campen oder auch sich so ein „Mondhaus“ mieten kann. Fast wie zu Hause in den Bergen, wobei es bei uns ja schon uriger ist. Doch hier ist es dafür richtig basic-basic. Kein Luxus, wie Speisekarten dick wie der Otto-Katalog, Sauna, Materialseilbahn etc.

Ich mache immer mal wieder Halt, um die Gruppe nicht ganz aus den Augen zu verlieren. Die nutze ich, um die Landschaft zu betrachten und durchzuschnaufen. Trotz Akklimatisierung ist das gehen kaum einfacher geworden. Was ich jedoch spüre ist, dass ich schneller in der Erholung bin und weitergehen kann. Das Wetter wechselt im Minutentakt von Sonne zu Wolken zu Regen usw. Dafür habe ich jetzt richtig Übung im schnell die Kleidung wechseln und im Rucksack verstauen bzw. dort heraus holen :-)).

Oben angekommen ergibt sich, trotz leichtem Regen und Wolken, ein schöner Anblick auf die Lagune und die wachenden Berge ringsum. Sogar der Gletscher ist etwas zu sehen. Sobald der Regen nachlässt, spiegelt sich die Natur wunderschön im Wasser und lässt auch Blicke in die Tiefe zu. Ich mache mich dann auf zu einem Grat, um von dort noch weitere Perspektiven einzufangen. Der Weg dort hinauf geht teilweise über ein Gesteinsfeld, wird dann zu einem schmalen und rutschigen Weg, der sich oben in einen schmalen Grat verliert. Hier geht es rechts und links direkt nach unten, entweder ins Wasser oder den Berg hinab… Für die Aussicht hat es sich jedoch gelohnt und es hat keine Menschenseele hier oben. Die Selfie-Macher sind unten am Wasser und machen die immer gleichen Posen, die sie sich aus irgendwelchen Reiseblogs abgeschaut haben…

Nach einer Stunde geht es den Weg wieder zurück zum Bus. Unten nutze ich den Vorsprung mit den dort sitzenden Einheimischen ein Bier zu trinken und etwas zu palavern. Priceless!